Eda schluckte und schluckte, doch der übergroße Kloß in ihrem Hals, wollte sich nicht von der Stelle bewegen, drohte sie gar zu ersticken. Sie bekam keine Luft oder glaubte sie nicht zu bekommen und während ihr brodelnde Hitze zu Kopf stieg, gefroren ihre Glieder zu Eis.
Sie wollten ihr nicht mehr gehorchen. Sie blieb stehen. Ein Ruck ging durch ihren Körper. Die groben Hanfseile, die man ihr um die Handgelenke gebunden hatte, schnitten in ihre empfindliche Haut. Sie ging weiter. Eine von zehn. Eine der Verdammten.
Vor Eda lag frühmorgendlicher Nebel, der die sattgrünen Grashügel ihrer Heimat umwölkte. Und aus diesem Nebel traten hünenhafte Gestalten.
Die vier Stadtwachen ließen eilig die Fesseln los und rannten so schnell sie ihre Beine trugen zurück in die vermeintliche Sicherheit des Stadttores.
Doch nicht die Mauer schenkte Sicherheit – wie alle wussten. Sondern sie, die zehn Verdammten. Der menschliche Tribut dafür, dass die Orks die Stadt verschonten.
Die Torflügel knarrten hinter ihr. Dann hörte sie das dumpfe Geräusch des Riegels, der in seine Fassung schlug.
Mehr und mehr der großen Gestalten schälten sich aus dem Nebel, so als würden sie sich aus dem Nichts manifestieren, wie Dämonen aus einer anderen Dimension.
Eda bezwang den Drang, sich noch einmal umzuschauen. Hinauf zu der bröckeligen Brustwehr zu blicken, in die Augen derer, die sie verraten hatten. Die sie ausgeliefert hatten… Warum sie? Gab es nicht genügend Verbrecher, die im Verließ verrotteten?!
Die ganze Nacht hindurch hatte sich Eda diese Fragen gestellt und kein Auge zugetan. Dann hatte sie das opulente Frühstück ausgeschlagen, welches man ihr angeboten hatte, um das eigene schlechte Gewissen zu besänftigen.
Jetzt sah sie hier ihrem Ende entgegen.
Mehr als drei Dutzend der brutal wirkenden Kreaturen standen nun auf den Hügeln. Halbnackt und bewaffnet. Sie trugen schwere Äxte und Speere mit denen man Stiere hätte pfählen konnte.
Zwei von ihnen schritten herab und die Erde schien unter ihren Schritten zu erzittern.
Seltsamerweise verspürte Eda kaum Angst. Sie war vielmehr wütend auf ihre eigenen Leute. Aufgrund des Verrats und ihrer Feigheit. Diese Monster waren Tiere. Man konnte ihnen keinen Vorwurf dafür machen, dass sie ihrer Natur folgten… Obwohl sie den Menschen mehr ähnelten als die Geschichten es hätten vermuten lassen… In den Geschichten töteten sie mit Fangzähnen und Klauen und obwohl den Orks Hauer aus den Kiefern wuchsen, hatten sie doch ganz normale Hände, die ihre Waffen mit jeweils fünf Fingern umklammert hielten. Hatten sie fast menschliche Gesichtszüge, in denen kleine dunkle Augen funkelten wie schwarze Perlen.
Eine der Kreaturen hob einen Arm und Muskeln wie verknotete Baumwurzeln begannen unter ledriger Haut zu arbeiten. >>Kommt!<<
Seine Stimme grollte und das Wort klang als hätte sich der Ork beim Sprechen die Zunge gebrochen. Dennoch hatte Eda verstanden. Dennoch war eindeutig, dass dieses Monster die Sprache der Menschen beherrschte.
Und die Verdammten gehorchten, da sie keine andere Wahl hatten.
*
Eda lief als letzte in der Reihe in das weitläufige Zeltlager, stolperte über Seile und wurde von Kinderhorden umhergewirbelt, die wie Wolfsrudel durch die Lücken zwischen den Zelten tobten. In der Luft hing ein penetranter Moschusgeruch, fast noch übertüncht von beißenden Rauchfahnen, die von Dutzenden Herdfeuern aufstiegen. Die armselige Kolonne schritt an einer massigen Gestalt vorbei, die vor einem Zelteingang saß und einen unappetitlichen Brei zusammen manschte, der wie ein Gemisch aus Blut und Innereien wirkte.
Erst auf den zweiten Blick erkannte Eda, dass es sich um eine Orkfrau handeln musste, denn das Wesen besaß riesige Brüste – die traurig bis ins Gras hingen, so als wären sie von der gesamten Kinderschar leer gesaugt worden, die an ihnen vorbeigestürmt war.
Der ausgetretene Weg führte sie an immer mehr Kriegern vorbei, die immer feindseliger dreinschauten, desto weiter sie in Richtung der Lagermitte schritten.
Dann waren da keine Zelte mehr – sondern Käfige. Und in diesen Käfigen aus Knochen und Holz, kauerten ausgemergelte Menschen, die wie weggetreten ins Leere starrten. Jetzt verspürte Eda doch ein Gefühl von Angst. Wofür wurden die Menschen in den Käfigen gehalten? Was hatten die Orks mit ihnen vor?
Eine gewaltige Pranke legte sich vor Edas Brust und hinderte sie am weitergehen, während eine zweite den Ork aus dem Weg schubste, der Eda vor dem Stadttor gefangen genommen hatte.
>>Ich nehmen Weibchen!<<, grollte eine Stimme über ihr.
Eine granitfarbene Gestalt ragte schräg vor Eda auf, so als wäre sie an Ort und Stelle aus dem Fels geschlagen worden.
Eda blieb notgedrungen stehen und sah furchtsam zu ihr auf. In ein kantiges und grimmig dreinblickendes Gesicht. In schwarze Augen, in denen Eda so etwas wie Intelligenz erkennen konnte. Die Lippen des Orks verzogen sich um zwei goldüberzogene Hauer. Lächelte das Monster etwa?
>>Du kommen mit Darak!<<
Ohne eine Antwort abzuwarten, packte der Ork Eda an den Hüften und warf sie sich über die Schulter. Eda war groß und stämmig für eine Menschenfrau und doch hob der Ork sie so mühelos wie ein quengelndes Kind. Und wie ein quengelndes Kind versuchte sich Eda zu wehren, doch die Kraft dieses Monsters glich der einer Naturgewalt. Die Junge Frau hatte ihm nichts entgegenzusetzen. So wie die anderen Orks.
Sie knurrten und griffen ihre Waffen fester, doch keiner wagte es, sich Darak in den Weg zu stellen. Eda strampelte und schrie und hörte erst damit auf, als grüne Blitze durch das Lager zuckten und menschliches Geschrei voller Entsetzen und Verzweiflung aus der Richtung kam, von der sie sich wegbewegten.
>>Was geschieht dort?<<, fragte Eda keuchend, weil die Schulter des Orks in ihren Bauch drückte.
>>Schamane nimmt Seelen. Du glücklich sein. Du leben.<<
Eda erschauderte bei den im Plauderton vorgetragenen Worten. Und dann erschauderte sie ein zweites Mal bei dem Gedanken daran, was dieser Ork stattdessen mit ihr vorhaben mochte.
Darak blieb plötzlich stehen, hob Eda von seiner Schulter und stellte sie beinahe sanft vor dem Eingang eines Zeltes ab. Dann schubste er sie ungleich gröber in das Innere.
>>Du bleiben hier. Wenn du gehen, Orks dich bringen Schamane.<<
Dann war das Ungetüm verschwunden und Eda stand alleingelassen in einem jurtenartigen Zelt, welches denen der Reitervölker ähnelte.
In einer Ecke türmten sich Fälle. Braune und schwarze und silberne und so riesig, dass Eda sich in Damars Namen fragte, von welchen Tieren sie stammten. Lederne Beutel lagen neben der Schlafstätte, gleich daneben stapelten sich sauber abgenagte Knochen. Eda sah genauer hin und seufzte erleichtert auf, als sie den Schädel eines Wildschweins erkannte. Zumindest verspeisen würde sie der Ork vielleicht nicht…
Dann begann das lange Warten. Der Ork kehrte einfach nicht zurück. Edas Gedanken kreisten. Ihre Blase meldete sich und sie hatte Durst. Bald gesellte sich Hunger hinzu… Anfangs war sie erleichtert gewesen, dass der Ork verschwunden war, doch nun blickte sie immer öfter zum Zelteingang und wünschte sich eine granitfarbene Pranke herbei, die die Planen beiseite schlug.
Es mochte weit nach Mittag gewesen sein, vielleicht auch noch später, denn Eda wagte es nicht, hinauszuschauen, als ihr Schließmuskel seinen Dienst verweigerte. Die junge Frau schaffte es nicht mehr, dem Druck standzuhalten. Sie sah sich um und wählte den von der Schlafstätte am weitesten entfernten Platz. Sie hockte sich in das welke Gras und raffte ihre Röcke. Und dann ließ sie mit einer Mischung aus Erleichterung und Scham los. Wie ein Sturzbach begann es zu plätschern – als die Plane zur Seite gerissen wurde.
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>>Niiicht!<<, kreischte Eda.
Doch der Ork duckte sich schon durch den Eingang hindurch und trat in das Innere des Zeltes, wo er noch größer und bedrohlicher als unter freiem Himmel wirkte
Eda verging in einem Strudel aus Scham und Angst. Sie wusste nicht, was schwerer wog. Die erniedrigende Tatsache, dass die Kreatur sie beim Pinkeln sah? Oder die Tatsache, dass sie dies in seinem Zuhause tat?!
Der Ork grunzte und ließ sich auf seiner Lagerstatt nieder. Er schien nicht zornig oder überrascht zu sein. Doch diese Tatsache verschaffte Eda keine Erleichterung. Denn der Ork beobachtete sie ungeniert, bis sie fertig war.
So würdevoll, wie es ihr unter den Umständen möglich war, erhob sich Eda. Sie reckte ihr Kinn. >>Ich habe Durst.<<
Der Ork grunzte erneut und deutete auf einen der Lederbeutel, der die ganze Zeit im Zelt gelegen hatte.
Eda hätte sich ohrfeigen können. Ein Trinkschlauch! Sie musste sich zwingen, sich nicht gleich drauf zu stürzen. Gemessenen Schrittes ging sie zu dem Schlauch und bückte sich danach.
Das Wasser war kühl, nicht faulig und bar jeden Beigeschmackes. Frisches Quellwasser. In tiefen Zügen löschte Eda ihren brennenden Durst, ehe sie sich wieder daran erinnerte wo und bei wem sie war.
Sie setzte den Trinkschlauch ab und blickte zu dem aufgestützt liegenden Ork. >>Was willst du von mir?<<
Der Ork richtete sich plötzlich auf und Eda schreckte zurück.
>>Nackt machen dich<<, befahl der Ork.
Eda riss die Augen auf. >>Ich soll – nein!<<
Der Ork kam auf ein Knie hoch, woraufhin Eda einen weiteren Schritt zurückwich und gegen die lederne Zeltwand stieß.
>>Du machen oder bringen Schamane dich.<<
>>Warum, was hast du mit mir vor?!<< Eda schüttelte voll plötzlicher Furcht den Kopf, rechnete damit, dass sich der Ork im nächsten Moment auf sie stürzen würde.
Doch das tat er nicht. Stattdessen dehnte er nur seine Halsmuskulatur, woraufhin es zweimal knackte. >>Ich dich will sehen. Dich machen zu Weibchen. Wenn du Weibchen, niemand dich verletzen.<<
Ein lähmendes Gefühl breitete sich in Edas Gliedern aus. Dieses – Ding wollte sie zu so etwas wie seiner Frau machen?!
>>Such dir eine Orkfrau<<, rief Eda entsetzt und presste sich enger gegen die Plane in ihrem Rücken.
Der Ork grunzte. >>Ich haben Orkfrau. In Orkland. Ich lange nicht gesehen. Ich brauchen neu Weibchen. In Menschenland. Jetzt mir zeigen dich. Oder ich machen kaputt Sachen.<<
Eda wusste, dass sie keine Wahl hatte. Und während ihr die Röte ins Gesicht stieg, begann sie die Knöpfe ihres Kleides zu lösen. Würde diese Kreatur sie hier und jetzt schänden?
Eda wusste nicht, ob sie weinen oder lachen sollte. Sie zählte nun neunzehn Winter und stand noch immer ohne Ehemann dar, während ihre Freundinnen schon die ersten Kinder hatten.
Grund dafür war die nicht vorhandene Mitgift, ihrer verstorbenen Eltern. Aber eben auch ihre Größe und Statur. Eda flößte den Männern Angst ein, da war sie sich sicher. Die meisten überragte sie. Den wenigen anderen konnte sie direkt in die Augen schauen. Dazu hatte sie ungewöhnlich breite Schultern, die ihre durchaus weiblichen Kurven überschatteten. Wer wollte sie so schon haben? Nun, jetzt kannte sie die Antwort: Ein Ork.
Voll stiller Pein öffnete sie die Knöpfe ihres Mieders, um ihr Kleid über den Kopf zu ziehen. Dann tat sie selbiges mit ihrem Unterkleid. Raschelnd landete beides im Gras. Eda, nur noch mit ihren Schuhen bekleidet, presste ihre Schenkel aneinander und ihre Arme fest um ihre Brüste.
>>Du sehr fruchtbar, für Menschling<<, grollte der Ork und ließ es wie ein Kompliment klingen.
Er kam näher und Eda hielt die Luft an. Sie versuchte an etwas anderes zu denken. An stibitzte Sommeräpfel und sorgenlose Tage ihrer Kindheit. An die Zeit, bevor ihre Eltern an einer Seuche umgekommen waren. Einzig, ihr gelang es nicht. Die breite, granitfarbene Brust des Orks verstellte ihr den Blick auf die Vergangenheit.
>>Ich trotzdem müssen vorbereiten. Sonst machen dich kaputt.<<
Der Ork packte Eda jäh im Nacken und zwang sie, zu ihm aufzusehen. In seine schwarzfunkelnden Augen, die sich in die ihren zu bohren schienen, wie glühende Kohlen in Schnee. Es war eine gewaltige, eine urtümliche Kraft, die von der Kreatur ausging und der sich Eda nicht zu entziehen vermochte.
Der Ork drückte ihre Arme beiseite als wären sie dünne Äste, doch ohne an ihr herabzusehen. Ohne anzugaffen, was er entblößte. Ohne das zu tun, was Eda von ihm erwartet hatte.
>>Du knien<<, befahl der Ork und drückte Eda kraftvoll ins Gras.
Die junge Frau versuchte sich abzufangen und fand sich auf allen Vieren wieder, ohne Chance, sich aus dieser Position zu befreien, denn der Griff in ihrem Nacken war eisern.
Dann spürte sie die zweite Pranke des Orks bemerkenswert sanft ihren Rücken entlangfahren. >>Kein Angst haben, du mögen.<<
Die Finger des Orks glitten über Edas Steiß und über ihr ausladendes Gesäß. Eda verspannte sich. Pferderarsch war sie nicht nur einmal gescholten worden…
>>Darak gefällt sehr<<, grollte die Stimme des Orks.
Seine Finger gruben sich in Edas Hintern und begannen diesen sorgsam zu kneten, bis sie sich langsam entspannte und unbekannte Gefühle durch ihren Körper wallten. Ein Kribbeln in ihrer Körpermitte. Ein Pochen in ihrer Scham. Gefühle, die Ekel und Angst überlagerten. Die ihr entsetzliches Schicksal für einen Augenblick vergessen machten. Die kompromisslose Art, mit der der Ork sie kontrollierte in Verbindung mit der Wertschätzung seiner Worte trafen einen Nerv. Eda wusste, dass die Komplimente eines Monsters, das sie gefangen hielt, keinen Wert innehaben durften. Und doch legten sie sich warm um ihre verletzte Seele. Seit dem Tod ihrer Eltern hatte sie sich als Magd verdingt, war herumgeschubst worden und sich vor den lüsternen Blicken ihres Herrn versteckt. Der Ork würde sich nehmen, was sich eines Tages ihr Herr genommen hätte. Mit dem Unterschied, dass Darak zu schätzen schien, was er bekam.
Seine Pranke fuhr zwischen Edas Schenkel. Sie wehrte sich nicht, ließ zu, dass sich drei seiner Finger wie eine ganze Hand auf ihre Scham legten. Das Pochen in ihrem Geschlecht wurde zu einem sehnsüchtigen Ziehen. Zu einem Gefühl, dessen Epizentrum seine sich krümmenden Fingerspitzen bildeten.
Eda erzitterte, als diese zu kreisen begannen. Als sie ein kleines bisschen Glück verspürte, einen Moment der Entzückung in einer grausamen Welt. Sie keuchte leise und verlor sich im Genuss. Dass sie dabei wie ein Tier behandelt wurde. Dass sie nicht im Federbett ihres Prinzen lag, sondern im Gras vor einer Bestie kniete? Eda hatte ihr gesamtes Leben gekniet. Sie kannte es nicht anders. Und vielleicht wäre anders gar falsch gewesen? Die Fremdbestimmung und auch die Erniedrigung gaben der jungen Frau ein Gefühl von Vertrautheit, welches sie wie ein Anker an Ort und Stelle hielt, während ekstatische Gefühle über sie hinwegbrausten. Während sich der Daumen des Orks wie eine fette Möhre an ihren jungfräulichen Acker legte.
Langsam aber stetig grub sich die Möhre in Edas Erdreich. Ließ sie Stöhnen – halb vor Lust, halb vor Schmerz. Doch letzterer wurde betäubt von den Gefühlen, die der Ork aus ihrer geschwollenen Perle herauskitzelte.
Der Druck in ihrem Nacken wurde stärker. Edas Arme gaben nach. Der Ork drückte ihren Kopf und Oberkörper ins Gras, während sich sein Daumen gänzlich in das hocherhobene Geschlecht der jungen Frau bohrte.
Sie roch die feuchte Erde. Sie spürte das Gras in ihrem Gesicht und an ihren plötzlich ganz empfindlichen Nippel kitzeln. Sie spürte, wie sich der Daumen des Monsters tief in ihr zu bewegen begann, während die Finger an ihrer Perle wirbelten. Und dann war alles wie Sonnenschein und Regen. Wie ein Bad in Milch und Honig. Reine Ekstase, wie Eda sie zum ersten Mal in ihrem Leben erlebte.
To be continued…
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