Eine Vampir Erotik Geschichte aus unsere Dark Romance Kategorie – (nicht nur) für Frauen…

Die Luft war stickig und roch nach kaltem Buchenrauch. Ganz so, wie… wenn Vater Forellen räucherte. Ich mochte Forellen. Aber ganz sicher nicht den Geruch des Kaminfeuers in meiner Kammer.

Ich öffnete die hölzernen Läden der Fenster und ließ die klare Luft der Nacht hereinströmen. Tief atmete ich ein, während die Kälte ein feuriges Prickeln verursachte, überall dort, wo sie es unter mein lockeres Nachthemd schaffte. Mein Blick verlor sich in der Weite. Ein Vollmond, kalkweiß und unnatürlich groß, tauchte die schneebedeckte Landschaft in kaltfahles Licht. Ich liebte diesen Anblick, diesen Ort. Diese natürliche Schönheit. Auch wenn ich mich manchmal nach einem anderen Leben sehnte. Nach einem Leben in der Stadt – wo es andere Menschen gab. Tanz und Musik. Liebeleien und Gerüchte… Freier, die um mich buhlen konnten…

Ich mochte Timon. Den zweitältesten Sohn des nahen Gasthofes. Ich mochte ihn sogar sehr. Und es hätte mich schlechter Treffen können mit der Wahl meiner Eltern. Trotzdem blieb dieses nagende Gefühl in meiner Brust. Diese Frage: Was gab es da noch? Sollte das alles sein? Ein Ehemann, Kinder, ein Haus hier am Rande der Wildnis. Ein vorbestimmtes Leben… Einmal war ein Edelmann mit seinem Gefolge an dem Gasthof von Timons Eltern vorbeigekommen. Und als er in seinen prächtigen Gewändern von seinem Pferd gestiegen war, da hatten sich unsere Blicke für einen Augenblick gekreuzt. Für einen Moment hatte ich in seine blassblauen Augen gestarrt, hatte gespürt, wie mein Herz schneller und schneller geschlagen hatte – bis mein Vater mich weggerissen hatte.

Ein Wolf heulte in der Ferne und eine Gänsehaut breitete sich von meinen Armen ausgehend über meinen gesamten Körper aus.

Nicht wegen des Geheuls. Ich hatte keine Angst vor Wölfen, denn sie taten einem nichts. Das Geheul hatte mich lediglich zurück ins Hier und Jetzt geführt und mir die Kälte zurück ins Bewusstsein gerufen. Sie kam mit schneidendem Wind, der über die dichtstehenden Tannenwipfel den Hügel hinaufwehte, bis zu dem Hang, an den sich unser Haus schmiegte.

Ich nahm noch einmal einen tiefen Zug von der klaren Luft, ehe ich die Fensterläden zudrückte und mich unter die Decke kuschelte.

Doch ich kam nicht zur Ruhe. Ob es der Vollmond war, der mich unruhig hielt? Oder die Fragen, die mich quälten, seit die Hochzeit mit Timon feststand. In drei Tagen… In drei Tagen würde ich zur Frau werden… Die Unruhe in mir erwuchs zu echter Aufregung. Wie es wohl war? Wenn einem ein Mann beilag? Mutter hatte nie etwas erzählt und danach zu fragen, wagte ich nicht. Hilda dagegen, die Frau vom Nachbarhof, hatte mir immerhin augenzwinkernd erklärt, dass es ganz schön sein könne – wenn ich mich darauf einließe… Doch auch da hatte ich nicht gewagt, weiter zu fragen.

Ob es weh tun würde? Am letzten Badetag hatte ich heimlich meinen älteren Bruder beobachtet. Schon beim Einsteigen in den Badezuber war mir sein Glied groß vorgekommen – was daran liegen mochte, dass er von schlaksigem Wuchs war. Doch dann… Er hatte sich umgesehen… Ich hatte es nicht einordnen können.

Sein Arm bewegte sich hektisch und immer hektischer, bis sich sein Gesicht rot verfärbte und seltsam verklärte. Dann war er dem Wasser entstiegen – und ich beinahe rückwärts die Treppe hinaufgefallen. Sein Gemächt war angeschwollen, stand von ihm ab und pochte im Rhythmus seines Herzschlages… Erst in meiner Kammer hatte ich verstanden, dass er getan hatte, was der Priester so sehr verdammte. Sigimir hatte sich selbst befriedigt. In unserem Badezuber!

Was mich zunächst empörte, veranlasste mich schließlich, meinen eigenen Körper zu erkunden. Doch als meine Scham schier zu vibrieren begann. Als ich meine Finger nach ihr streckte, da war ich zurückgestreckt.

Was, wenn der Priester Recht haben sollte? Was, wenn mir Fell an den Fingern wuchs? Sigimir war das nicht passiert, doch er war auch ein Mann. Gott maß strenger bei den Frauen, weil Eva Adam den verbotenen Apfel gereicht hatte. Das wusste jeder.

Bei diesen Gedanken vibrierte es schon wieder zwischen meinen Beinen. Schwächer, doch ganz ohne Berührung. Ich dachte wieder an Timon. Daran, dass er mir in drei Tagen beiliegen würde. Dass er mich zur Frau machen würde… Dass er mit seinem Gemächt in meinen Schoß dringen würde…

Das Vibrieren wurde stärker. Mein ganzer Unterleib schien aus abertausenden und wild durcheinander tippelnden Ameisen zu bestehen.

Würde es wehtun? Wieder stahl sich die Frage in meinen Verstand und wütete unter den Ameisen in meinem Schoß wie eine Schar hungriger Stare.

Die Fensterläden klapperten als sich der zunehmende Wind in ihnen verfing und ein leises Klagelied anstimmte. Ich zog die Decke bis an mein Kinn und versuchte zu schlafen. Doch das Gefühl der Unruhe in meinem Bauch versagte mir den Schlaf. Immer wieder dämmerte ich weg, nur um gleich darauf wieder aufzuschrecken. Die Nacht zog sich in quälender Langsamkeit dahin und ich wälzte mich hin und her, bis sich in meiner Strohmatratze eine regelrechte Kuhle gebildet hatte.

Plötzlich rissen die Fensterläden auf, schlugen krachend gegen die lehmverputzten Wände und eine Böe riss an meinen Haaren, so als hätten sich eiskalte Finger in ihnen verfangen. Für einen Moment strahlte das Mondlicht silbern in meine kleine Kammer, dann schob sich eine Wolke vor den Mond und tiefschwarze Finsternis breitete sich aus.

Ich richtete mich auf und drückte die Fensterläden zu und versicherte mich, dass ich den Riegel dieses Mal richtig eingelegt hatte.

Du musst schlafen Alma, sagte ich mir und kroch zurück unter die Decke. Ich schloss die Augen und versuchte an den nahenden Frühling zu denken. An die ersten Schneeglöckchen, die ihre weißen Köpfchen durch die schmelzende Schneedecke schoben, an Winterlinge und Krokusse. An das fröhliche Plätschern des Mühlbaches. Seine Wasser, die das Eis davon treiben würden. An längere und vor allem wärmere Tage…

Ich sah mich über erblühende Wiesen laufen, sah einen Edelmann am Fuße dieser Wiesen auf mich warten. Auf einer edlen Stute mit einem Fell weiß wie frischer Schnee. Er lächelte mich an. Er winkte mir zu! Ich lief schneller. Und plötzlich stand er vor mir. Mein Herz hämmerte. Mein Atem ging stoßweise. Er streckte eine ringbesetzte and aus und berührte mein Kinn. Ich erschauderte. Seine Haut war so fein, so weich, als hätte er noch nie eine Schaufel, noch nie eine Axt in seinen Händen gehalten.

Er sah so gut aus. So Edel. Mit seinen hohen Wangenknochen und dem in der Mitte gescheitelten Haar, welches in Wellen fallend sein Gesicht umrahmte. Es war kastanienbraun und lag auf seinem purpurnen Wams auf, welches in der Frühlingssonne zu leuchten schien.

Seine Hand glitt tiefer. Über meinen Hals, über eine dünne Schicht Haut unter der meine Schlagader aufgeregt pochte.

Mein Blick glitt tiefer über eine weiße Pluderhose und hautenge Strümpfe. Über Hirschleder Schuhe mit goldenen Schnallen und zurück zu einem gegürteten Schwert, welches in einer ebenso goldenen Scheide ruhte.

>>Wo schaust du hin, meine Schöne?<<, fragte der Edelmann mit einer Stimme, die von weiter Ferne zu kommen schien.

Ich spürte Scham in mir erwachsen. Wie konnte ich es wagen, diesen Mann so ungeniert zu betrachten.

Die Finger des Edelmannes glitten tiefer, tänzelten über mein rechtes Schlüsselbein. Unbewusst trat ich einen Schritt näher und das Lächeln des Mannes wurde breiter.

Die Hand rutschte in mein Mieder. Ich keuchte erstickt.

>>Schhht<<, machte der Edelmann. Dann beugte er sich zu mir herunter. Ich roch ihn. Ich roch Lavendel und Zitrusfrüchte. Und dann spürte ich seine weichen Lippen auf den meinen. Meine Augen flatterten. Schlossen sich. Und dann sah ich Funken sprühen wie aus der Lohe des Dorfschmiedes.

Seine Zunge bohrte sich sanft zwischen meine Lippen. Und obwohl ich nicht wusste, was das sollte oder was ich nun tun sollte – schmeckte er gut. Er schmeckte nach mehr…

Seine Zunge tastete, berührte die meine, forderte sie auf wie eine Dame zum Tanz. Und ich ließ sie tanzen. Mit ihm, eng umschlungen. Während seine Finger nach meinem Busen tasteten. Ihn erkundeten. Mit Fingern wie Federn umkreiste er meine rechte Knospe. Ich erschauderte. Immer wieder. Stärker und Stärker. Und immer weiter drangen die Schauer in meinen Schoß – bis die Ameisen zu krabbeln begannen. Bis es erregend kribbelte. Bis ungekannte Gefühle meinen Leib erschütterten. Als wenn Engel mich berührten.

Sanft drückte mich der Fremde nieder. Nieder in Gras und Blumen. Und er kam über mich, legte sich auf mich. Ich spürte ihn. Spürte sein Pochen. Seine Männlichkeit, die sich gegen mein Schambein drängte.

Ich war nackt bemerkte ich. Unter dem Kleid trug ich nichts und der Edelmann schob es mir über die Hüften, bis mein Schoß vor ihm lag. Nackt und… offen. Ich hätte Scham spüren sollen. Den Drang, meine Schenkel zu schließen und meine Blöße zu verdecken. Doch stattdessen spreizte ich meine Beine noch weite. Ich folgte einem inneren Trieb, einem Urinstinkt, der mich mit einem lustvollen pulsieren belohnte – dort wo meine Scham auseinander klaffte.

Er lächelte und öffnete dabei wie beiläufig seine Hose. Neugierig reckte ich mich. Doch mein aufgeworfenes Kleid verwehrte mir den Blick. Und dann war er wieder bei mir. Dann war er wieder auf mir. Ich spürte sein Gewicht. Spürte seinen warmen Atem auf meinen rotgefärbten Wangen und ich krallte mich in seinen Rücken, als seine Männlichkeit durch meinen Flaum strich. Als alles nur noch pochte. Als alles nur noch pulsierte.

Er fuhr mit seiner Spitze durch meine Scham und ich keuchte. Dieses Mal lauter. Als er einen mir unbekannten Punkt berührte.

>>Schhht<<, machte er wieder und ließ sich tiefer gleiten.

Ich vergaß zu atmen, als ich ihn an meiner Pforte spürte. Als… er sich sinken ließ. Als Lust wie kochendes Wasser durch meine Adern schoss.

Ich stöhnte auf, während mein Bewusstsein noch zu erfassen versuchte, was gerade geschah. Was wir gerade taten.

Sanfte Stöße erfüllten meinen Schoß und mein Stöhnen wurde lauter. So laut, dass mir mein Liebhaber eine Hand auf den Mund legte, obgleich uns doch keiner hören konnte?

Von Lust getrieben, biss ich ihm in seine Finger und wie als Antwort entflammte mein Hals, dort wo sich seine Zähne in meine Haut Gruben.

Sie brannte. Sie brannte wie Feuer und der Schmerz grub tief, tief bis in meine Adern, wo er sich in reinste Wollust verwandelte.

Die Welt um mich herum wurde zu einem Meer aus Farben. Die Wiese verschwamm und ich verdrehte die Augen, sah als letztes noch das Sonnenlicht meine Lider in feuriges rot tauchen. Dann wurde es dunkel und der Wind begann zu heulen. Ich spürte Strohhalme in meinen Rücken pieken, dort wo eben noch saftig weiches Gras gewesen war.

Doch ich spürte immer noch meinen Edelmann. Seine Finger, die mir den Mund verschlossen. Sein Gewicht. Seine Präsenz. Ich spürte seine stärker werdenden Stöße, die mein Innerstes erschütterten. Die verzehrenden Flammen, die er dabei in mir schürte und in wilder Lust klammerte ich meine Beine um seinen drahtig muskulösen Körper. Zog ihn tiefer in mich. Dorthin, wo es loderte. Wo seine Männlichkeit ungekannte Gefühle in mir hervorrief. Ich blinzelte. Ich blinzelte und fand mich in meiner Kammer wieder. Auf meiner Strohmatratze. Mit meinem Edelmann auf mir. In mir. Immer rasender drang er in mich. Immer heftiger erschütterten mich seine Stöße. Alles um mich herum färbte sich in ein dunkles rot. Mein Unterleib zuckte und krampfte in unkontrollierter Ekstase. Rot. Dunkelrot verfärbte sich meine zusammenschrumpfende Welt. Und von einer euphorischen Welle getragen, verlor ich das Bewusstsein.

*

Das Bild, welches sich Sigimir bot, stieß ihn ab – nur um ihn auf eine verdrehte, eine falsche Art und Weise zu erregen. Er hielt die Türklinke umklammert und wusste nicht, ob er sie besser wieder fest verschloss. Doch es war seine Schwester, die da mit gespreizten Beinen und zerrissenem Nachthemd lag und sich nicht regte.

Die Fensterläden über ihrem Bett standen offen und schlugen in unregelmäßigen Abständen gegen die Lehmwände. Der dumpfe, nicht absehbare, Ton ließ ihn jedes Mal zusammenzucken. Das Grauen schlich sich in seine Gedanken. Das Grauen, welches mit einer Frage kam: War Irma tot?

Er wollte schreien. Er wollte Mutter und Vater rufen, doch aus seiner Kehle drang kein Ton. Und deswegen trat er in die niedrige Dachkammer. Trat an das Bett. Näher an das obszöne Stillleben, um sich zu vergewissern. Er versuchte nicht hinzusehen. Nicht das anzusehen, was seine Schwester zu einer Frau machte. Was er niemals hätte sehen dürfen. Vor allem nicht… so… Er zwang sich in ihr bleiches Gesicht zu sehen und erstarrte, als er auf ihrem Kissen einen tellergroßen Blutfleck bemerkte.

Ein leises, kaum wahrnehmbares Stöhnen ließ Sigimir zusammenzucken. Dann sah er es. Dann sah er, wie sich Irmas kleine Brüste unter den Fetzen ihres Nachthemds hoben. Er griff nach der zur Seite gestrampelten Decke und bedeckte ihre Blöße.

>>Irma?<<, fragte er trocken. >>Irma, wach auf! Was ist geschehen?<<

Er beugte sich über seine Schwester und rüttelte vorsichtig an ihren Schultern. Dunkle Krümel bröselten in die Matratze. Vier dünne Einstiche an Irmas Hals, bemerkte Sigimir. Angeordnet wie der Biss eines Raubtieres. Wunden, die ihnen zurückschrecken ließen und das Grauen in ihm übermächtig werden ließen.

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