Der Gasthof am Wegesrand wirkte in seinen Augen schäbig. Tumb. Gebaut von primitiven Wesen. Die Steine brachial aus den Bergen geschlagen, ohne Sinn und Verstand zu einem grobschlächtigen Gemäuer gefügt. Darüber ein Dach aus halb verrottetem Stroh, welches den Regen eines Herbststurmes nur verzögerte, statt ihn abzuhalten.
Und dennoch zügelte der Herzog sein Pferd und hob die Hand, worauf erleichtertes Gemurmel wie eine Woge durch sein Gefolge ging.
Zwei Tage waren sie ohne wirkliche Rast geritten. Einen weiteren hatten sie noch vor sich. Harold wäre am liebsten weiter geritten. Er wollte sich den Tadel des Königs lieber früher als später abholen. Er wollte es hinter sich bringen. Vor allem aber, wollte er dem König keinen Anlass bieten, ihm noch mehr zu grollen. Doch die Pferde benötigten eine Pause, wenn er sie nicht kaputtschinden und ersetzen wollte.
Harold saß ab und einer seiner Knechte eilte herbei, um die Stute in Richtung des Stalls zuführen – der nicht viel mehr war, als ein aus dünnen Brettern gezimmerter Unterstand. Vielleicht hätte der Gastwirt lieber mehr von den alten Tannen stehen lassen sollen, die den Hof in dichten Reihen umgaben. Sie boten den Pferden im Zweifel einen besseren Schutz, als diese Bretterhütte. Jedenfalls würde er für eine solche Anmaßung nicht extra zahlen. Soviel stand fest.
Harold schritt an einem leeren Ochsenkarren vorbei und drückte die Tür des Gasthofes weit wuchtiger auf, als es bedurft hätte. Die Tür schlug gegen die Wand und federte zurück. Doch da war Harold bereits hindurch.
>>Deprimierender als bei einer Totenwache<<, knurrte er mit in die Hüften gestemmten Panzerhandschuhen.
Schummriges Licht fiel durch die wenigen Fenster aus Hornplatten in einen rauchgeschwängerten Schankraum. Harold ließ den Blick schweifen. Zwei Händler saßen in einer Ecke. Sie hatten die Köpfe zusammengesteckt und hielten es für besser, so zu tun, als hätten sie den Herzog nicht bemerkt.
Eine Gruppe Köhler dagegen schien neugierig. Ein Dutzend dunkler Augen funkelten aus rußgeschwärzten Gesichtern zu ihm herüber, während sich der beleibte Schankwirt hinter dem Tresen eiligst verneigte.
>>Es ehrt mich, dass ihr meinen Gasthof mit einem Besuch beehrt Herr<<, sagte er schleimig. >>Was kann ich für euch tun?<<
Harold überlegte nicht lange. Denn nach Wein brauchte er hier wohl nicht zu fragen. >>Bier und Fleisch, für mich und meine Männer. Und Unterkunft für die Nacht.<<
Wie als hätte sein Gefolge auf diesen Moment gewartet, flog die Tür ein zweites Mal auf. Seine Männer, zehn an der Zahl, stampften in den Schankraum und schoben die erstbesten Tische zusammen, die sie zu greifen bekamen.
Der Wirt machte große Augen. >>Gudrun<<, rief er. >>Gudrun!<<
Dann war es an Harold, große Augen zu machen, als eine Frau mit wackelnden Kurven aus einer Tür hinter dem Tresen geeilt kam.
Oh guter Mann, ich werde nicht nur deinen Gasthof beehren, dachte sich Harold.
Die Frau hatte nichts gemein mit der Eleganz, mit der Grazie der Frauen bei Hof. Geschweige denn, mit der übernatürlichen Perfektion der Elfinnen, die selbst Königen und Herzogen wie ihm die kalte Schulter zeigten.
Sie war von natürlicher Schönheit und draller Statur. Und genau das liebte Harold. Genau das war der Grund, warum er mehr Nächte im Bett seiner Mägde verbrachte, als im Bett seines Weibes.
Und diese Magd hier, war ein ganz besonderes Exemplar. Zwar war ihr Mieder hochgeschlossen, doch war es nicht in der Lage, ihren üppigen Busen zu bändigen oder gar zu verstecken. Dabei hatte sie zwar volle Wangen, die auf reichlich Essen selbst im Winter schließen ließen. Aber nur den leichten Ansatz eines Doppelkinns. Harold vermutete kräftige Hüften und einem prächtigen Arsch unter dem Kleid.
>>Liebes<<, sagte der Wirt. >>Der hohe Herr wünscht Bier und Fleisch für seine Männer, geh-<<
Harold starrte noch immer die Frau an, während er den Wirt mit einer Handbewegung unterbrach. >>Dafür kannst du sorgen. Ich muss aus dieser Rüstung raus. Dein Weib kann mir dabei zur Hand gehen.<<
Der Wirt zögerte sichtlich. Man sah die Ablehnung in seinem feisten Gesicht. Doch er wagte keinen Widerspruch. Demütig nickte er. >>Sehr wohl, Herr.<<
Die Wirtin wies auf eine schmale Holztreppe, die nach oben führte. >>Nach euch<<, sagte sie ganz und gar nicht unterwürfig.
Harold unterdrückte ein Grinsen. Es würde ihm Spaß bereiten, dieses prachtvolle Weibsbild zu zähmen.
Er ging voran. Die Stufen bogen sich unter seinem Gewicht und Harold setzte seine Schritte mit Bedacht, weil er Angst hatte, hindurch zu brechen. Aber der Herzog erreichte das obere Ende, ohne Schaden zu nehmen und wartete dort auf Gudrun, die mit gerafften Rücken hinterherkam.
>>Die zweite Tür links<<, sagte sie und zauberte einen Schlüssel aus ihrer Schürze.
Sie öffnete die Tür und wies Harold an, einzutreten.
Dieser sah sich geringschätzig um. Eine schmale Bettstatt mit einer Strohmatratze. Dazu eine hölzerne Truhe. Mehr gab es in der Kammer nicht zu sehen. Auch wenn ein wenig mehr Licht in den Raum fiel als in den Schankraum – was an mehreren Rissen in den bleigefassten Hornplatten lag, durch die der Wind zog.
>>Habt ihr keine Kammer mit unversehrten Fenstern?<<
>>Keine die ihr euch nicht teilen müsstet – Herr<<, erwiderte die Wirtin spöttisch. Sie trat hinter dem Herzog ein und schloss die Tür.
Harold überging ihren Ton und wies auf die Gurte und Schnallen, die seinen Harnisch fixiert hielten. >>Lös die Platten und leg sie zur Seite. Danach hilf mir mit den Beinlingen.<<
Er streifte die Handschuhe ab und warf sie achtlos auf den Boden. Dann ließ er die Wirtin machen und genoss ihre Nähe. Sie roch nach altem Fett und Rauch. Doch wollte man niederen Frauen beiliegen, musste man in der Lage sein, über solche Banalitäten hinwegzusehen. Außerdem roch er nach dem zweitägigen Ritt wahrscheinlich kaum besser.
Plattenteil für Plattenteil fiel das Gewicht von Harolds Schultern bis er gemeinsam mit der Wirtin sein Kettenhemd über den Kopf hievte.
Der Herzog streckte sich befreit.
>>Besser?<<, fragte die Wirtin. >>Bin ich aus Euren Diensten entlassen?<<
Jetzt war es an Harold zu grinsen. Und sein Grinsen ließ keinen Spielraum für Interpretationen. Er fragte sich neugierig, ob sie aufbegehren wollte. Ob sie zetern würde: Sie sei ein verheiratetes Weib. Eine ehrbare Frau. Er solle sich eine Magd nehmen, wenn er seine Triebe nicht im Zaume halten könne… Er würde sie zur Räson bringen und sie erkennen, dass man sich einem Herzog nicht widersetzte. Und sie würde letzten Endes verstehen, dass es ein Privileg war, wenn einem ein Adliger den Acker pflügte.
>>Drei Silberlinge<<, sagte die Wirtin und strich sich eine Haarsträhne zurück unter die Haube.
Harold hob halb überrascht halb anerkennend die Augenbrauen. Dieses Weib machte aus etwas Unausweichlichem ein Geschäft.
>>Ich könnte euch einfach nehmen<<, erwiderte er.
Die Wirtin stemmte die Hände in die Hüften und reckte herausfordernd ihr Kinn. >>Ich würde mich mit Händen und Füßen wehren. Ihr müsstet mich töten.<<
Der Herzog lachte und klopfte gegen seinen Geldbeutel. Er war so prall gefüllt, dass kein Geräusch dabei erklang. >>Drei Silberlinge also.<<
Drei Silberlinge. Und er hatte nicht einmal versucht zu feilschen. Der Arbeitslohn zweier Tage für einen Knecht. Kein schlechter Lohn für etwas, das unausweichlich war.
Sie hatte es schon in der Schankstube geahnt. Hatte es in dem Blick gesehen, mit dem der Herzog sie betrachtet hatte. Du gehörst mir, hatte er mit dem ganzen Selbstverständnis eines der mächtigsten Männer des Reiches gesagt.
Aufzubegehren hätte keinen Sinn ergeben. Nicht gegen den Herzog der Waldlande. Und außerdem… Gewiss, er roch nach Schweiß und Pferd. Doch er war trotzdem der Herzog. Er war ein Mann, von dem eine einfache Frau wie sie nicht einmal träumen durfte. Und jetzt stand er hier, in ihrem Gasthof. Und er forderte sie.
Gudrun spürte Aufregung in sich Wallen, die zu Hitze wurde und von ihrer Brust in tiefere Regionen ausstrahlte. Er trug dichtes in der Mitte gescheiteltes Haar, welches in Wellen bis auf seine breiten Schultern fiel. Einzelne graue Strähnen darin machten ihn interessant nicht alt. Genauso wie erste Falten, die sich um seine rehbraunen Augen legten. Nicht nur Verlangen schlug Gudrun aus diesen entgegen. Sie bemerkte auch eine Wachheit, wie sie im Eibental nicht existierte. Hier schauten die Menschen stumpf. Ihre Augen waren ermattet und ohne Glanz. Und Gudrun fühlte sich zusätzlich bestätigt in ihrem Verdacht, dass dies an der Gegend lag. An den düsteren Wäldern. Dem vielen Regen und dem wolkenverhangenen Himmel. Daran, dass die Menschen nichts anderes in ihren bedeutungslosen Leben sahen.
Nicht so wie dieser Herzog, dessen Erscheinung kein größerer Gegensatz zu ihrem Edgar hätte sein können: Groß, muskulös und aufrecht stehend. Kerzengerade wie eine junge aber mächtige Eiche, die dem Himmel und dem Licht entgegenstrebte. Dagegen Edgar… Gekrümmt und in die Breite gewachsen wie ein dorniges Gebüsch, welches sich im Schatten zu behaupten versuchte. Er war immer gut zu ihr gewesen. Es mangelte ihr an nichts. Selbst im Winter gab es reichlich zu essen. Und dennoch… wurde ihr beim Anblick des Herzogs bewusst, dass es da draußen mehr gab, als Bierkrüge zu füllen und Schweinekeulen zu schmoren.
Dies war ihre Gelegenheit, davon zu kosten. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu brauchen. Ohne ihre Ehre zu verlieren.
Gudrun löste ihre Schürze und ließ sie zu Boden fallen, ehe der Herzog auf die Idee kommen konnte, sie auf die Bettstatt zu drängen und ihr schlicht die Röcke hoch zu schlagen. Denn das hier, das würde sie genießen.
Sie öffnete das Mieder. Dann zwängte die Wirtin das Oberkleid über ihren Kopf. Die Hitze in ihrem Unterleib wuchs, als der Herzog es ihr gleichtat. Nur, dass er nun bereits nackt vor ihr stand. Mit gestähltem Körper und wachsendem Glied.
Gudrun tat einen Schritt auf den Herzog zu und erhob erwartungsvoll die Arme.
Der Herzog zog ihr das Untergewand über den Kopf und seufzte als Gudruns Brüste herausfielen wie überreife Kürbisse.
Die Wirtin sah zum Herzog auf. Mit einem Blick, mit dem sie Edgar seit ihrer Hochzeitsnacht nicht mehr angesehen hatte. Während sie langsam am Fürsten herabsank. Um etwas zu tun, was sie für Edgar noch nie getan hatte.
Sie landete auf ihren Knien und tastete nach dem anschwellenden Gemächt des Herzogs. Gleichzeitig – wie zufällig – presste sie ihre schweren Brüste mit den Ellenbogen zusammen.
Harold, der Herzog der Waldlande, stöhnte auf, bei dem Anblick, der sich ihm bot. Vor allem aber, als Gudrun seine Spitze zwischen ihre Lippen einließ.
Er schmeckte wie er roch. Doch das störte Gudrun nicht. So rochen hier alle. Die Wirtin spürte vielmehr ein helles Feuer in sich lodern, als sie für sich realisierte, dass sie die Lanze eines Herzogs lutschte. Tief nahm sie ihn auf, bis er ihr Zäpfchen kitzelte und darüber hinaus. Fast verärgert unterdrückte Gudrun dabei ihren Würgereiz. Wie konnte ihr Körper sie jetzt nur verraten? Der Herzog stieß gegen ihren Rachen und Gudrun stellte befriedigt fest, dass er vollkommen erhärtet war.
Sie kraulte seine Eier, während sie ihren Körper noch einige Male vor und zurück wiegte. Sie ging sicher, dass er ihr verfallen würde. Ihr, einer Wirtin, einer gewöhnlichen Schankfrau. Und als der Herzog genussvoll zu stöhnen begann, da war es an der Zeit aufzustehen.
Der Herzog stöhnte noch lauter, beinahe qualvoll, als er Gudruns Lippen entglitt.
>>Wollt ihr mich jetzt haben, Herr?<<, fragte Gudrun mit dem Klang einer unschuldigen Jungfrau.
>>Und wie ich dich jetzt haben will<<, erwiderte der Herzog kehlig und kurzatmig.
Er legte seine Finger um Gudruns Hals und packte zu, als würde er sein Schwert fassen.
Gudrun keuchte auf, wurde rücklings gegen das Bett geschoben. Die Strohmatratze drückte sich in ihre Kniekehlen. Sie fiel nach hinten und spürte ihren Busen noch schaukeln, als der Herzog schon über ihr war.
Gudrun spreizte ihre Schenkel weit, erwartete ihn. Erwartete sein Eindringen in ihr mehr als bereites, in ihr heiß pochendes Zentrum. Sie erwartete das, was sie kannte. Und wurde überrascht, als der Druck an ihrer Pforte nicht zunahm.
Aufgestützt auf einen Arm, griff der Herzog nach seinem Schwanz und führte diesen aufwärts.
Gudrun sah Sterne. Ihr Stöhnen kam rhythmisch und volltönend, als der Herzog mit seiner Spitze immer wieder über jenen Punkt fuhr, den Gudrun manchmal heimlich berührte – dann, wenn Edgar längst befriedigt schlief… Immer wieder, immer schneller rutschte der Herzog durch ihre nasse Furche. Und während Gudruns Mund dabei immer weiter aufriss, ihre Pupillen immer weiter nach oben wanderten – schlug plötzlich die Tür zur Kammer auf.
Benebelt blickte die Wirtin zur Seite.
Edgar stand dort. Und seine Gesichtsfarbe wechselte schneller als das Wetter im Frühjahr.
Gudruns überschäumende Lust wurde von einer Ladung eiskalter Angst erstickt. Doch die Angst rührte nicht so sehr daher, dass ihr Ehemann gerade sah, wie ihm die Hörner aufgesetzt wurden. Sondern vielmehr daher, dass eine falsche Reaktion unweigerlich zu seinem Tod führen würde.
Gudrun versuchte verzweifelt Edgars Blick aufzugreifen – und blickte noch verzweifelter zum Herzog auf, der seine Position nicht verändert hatte. Komischerweise lag da kein Zorn in seinen Zügen. Er schien vielmehr amüsiert zu sein, was sich an einem immer breiter werdenden Grinsen unschwer erkennen ließ.
>>So<<, sagte er. >>Du wolltest also mit eigenen Augen sehen, wie ich deine Frau besteige?<<
Edgar starrte. Stierte. Sein Mund öffnete sich. Dann schloss er sich wieder. Ein bisschen sah er aus wie eine Kröte, der man die Stimme genommen hatte.
>>Ah, dir hat es die Sprache verschlagen? Nun, das verstehe ich. Aber sieh es als Ehre, dass ich deine Frau erwählt habe. Und wer weiß – ich habe hier noch keine Bälger rumrennen sehen, obwohl dein Weib vor Fruchtbarkeit überquillt.<< Der Herzog warf einen vielsagenden Blick auf Gudruns massigen Busen. >>Ich habe schon viele Bastarde gezeugt müsst ihr wissen.<<
Und mit diesen Worten spürte Gudrun seine Lanze in ihren Leib fahren. Ein unterdrücktes Keuchen entschlüpfte ihren Lippen, das im genießerischen Seufzen des Herzogs unterging.
Ohne Rücksicht auf Edgar begann er zuzustoßen. Und Gudrun spürte ihre Lust von Neuem erwachen. Trotz der Tatsache, dass ihr Mann zusah. Oder gerade deswegen? Weil er zuschaute und nichts tun konnte? Vielleicht auch wegen der Aussicht mit dem Samen des Herzogs beschenkt zu werden… Tatsächlich war ihre Ehe bisher nicht gesegnet gewesen…
Gudruns üppiger Körper begann zu wogen. Die Stöße fuhren tief in ihr Innerstes, dehnten sie, füllten sie aus. Und sie musste sich zurückhalten, um nicht von Neuem zu stöhnen. Um ihrem Mann nicht zu zeigen, wie sehr es ihr gefiel…
Edgar regte sich noch immer nicht und so langsam spürte Gudrun Verärgerung in sich erwachsen. So anregend die Situation war, sie wollte ihre Lust endlich voll uns ganz herauslassen. Sie wollte das Stell dich ein mit dem Herzog in vollen Zügen genießen. Sie wollte ihn in vollen Zügen genießen.
>>Sieh dir das nicht mit an, Edgar. Es reicht – wenn ich diese Schande ertragen muss<<, keuchte Gudrun theatralisch. >>Ich – wir haben keine Wahl.<< Sie verzog das Gesicht, um ihren Tonfall Nachdruck zu verleihen.
Doch Edgar starrte weiter. Mittlerweile waren seine Wangen puterrot und seine Stirn kalkweiß.
Jetzt unterbrach der Herzog sein Stoßen und blickte Edgar finster an. >>Troll dich endlich Wirt, meine Männer wollen versorgt werden. Außerdem ist dein Weib nicht bei der Sache, wenn du daneben stehst.<<
Und als Edgar immer noch keine Anstalten machte, da schrie ihn der Herzog mit einer Stimme an, die auf fielen Schlachtfeldern trainiert worden war. >>Raus mit dir, oder ich mache dich und dein Weib einen Kopf kürzer!<<
Zu Gudruns Erleichterung fuhr Edgar endlich herum und zog die Tür hinter sich zu.
>>Das hättet ihr nicht wirklich getan, oder mein Herr?<<
Der Herzog lächelte und stieß bis zum Anschlag in Gudruns Schoß. >>Natürlich nicht meine Teure. Zumindest nicht mit euch.<<
Und dann küsste er sie. Er küsste sie nicht wie eine Magd, die er heimlich des Nachts bestieg. Er küsste sie leidenschaftlich und Gudrun fühlte sich wie in einem Märchen. Sie hatte ihren Prinzen gefunden und während ihre Brust vor Glücksgefühlen schier explodierte, spie ihre Spalte flüssiges Feuer.
Der Herzog löste sich von ihren Lippen und begann wie ein ausgehungerter Säugling abwechselnd an Gudruns Brüsten zu lutschen – da übermannte es die Wirtin. Wie ein Sturm überrollte sie der Höhepunkt, den sie sonst nur im Stillen und für sich alleine erlebte und ein wilder Schrei drang aus ihrer Kehle.
Der Herzog packte sie an den Hüften und drehte sie grob auf den Bauch. Und Gudrun reckte ihm ihren Arsch entgegen. >>Ohja! Nehmt mich. Nehmt mich wie ein Hengst. Nehmt mich wie eure Stute!<<
Dann stieß er zu. Dann rammte er Gudrun seinen Schwanz in den Leib und sie immer tiefer in die Bettstatt. Der Herzog stöhnte. Er stöhnte wie ein Mann, der zusehends die Kontrolle verlor. Und Gudrun feuerte ihn an. Sie wollte seinen Höhepunkt spüren. Sie wollte ihn haben, seinen Samen. Wollte von ihrem Herzog befruchtet werden, wollte endlich geschwängert werden!
Und der Herzog tat ihr den Gefallen. Mit einem gequälten Geräusch stieß er ein letztes Mal in Gudruns Schoß, ehe sein Körper ganz starr wurde und sich seine Finger tief in ihre Hüften gruben…
*
Ächzend rollte sich Edgar von ihr herunter. Gudrun drehte sich auf die Seite und blickte im dämmrigen Licht einer einsamen Kerze auf die geschlossenen Fensterläden. Seit sie am Nachmittag mit artig verschämtem Blick die Stiege heruntergekommen war, hatte ihr Mann kein einziges Wort mit ihr gewechselt. Stumm waren sie beide ihren Pflichten nachgegangen, während es Gudrun mehr und mehr davor gegraust hatte, mit ihm ins Bett zu steigen. Vor dem Moment, da sie mit ihrem Mann alleine sein würde.
Der Wind heulte im Gebälk, während Gudrun geistesabwesend ihr Nachthemd herunter schob. Sie hatte ihn machen lassen, hatte ihre Überraschung nicht gezeigt, als ihr Mann wie ein Besessener über sie hergefallen war. Als er sich nach wenigen Stößen in ihr verströmt hatte… Gudrun hatte erwartet, dass er sie anschreien, dass er sie schlagen würde. Vielleicht sogar, dass er sie verstieß. Das, was von einem gehörnten Ehemann zu erwarten war.
Nichts davon war geschehen – und deswegen wagte sie mehr von ihrem Traum zu verlangen. Mehr von ihrem Märchen. Sie schob die drei Silberlinge, die sie die ganze Zeit in ihrer Faust gehalten hatte, unter die Matratze. >>Edgar?<<
Ihr Mann grunzte.
>>Der Herzog – will mich noch einmal sehen, bevor… er morgen abreist. Er hat uns drei Silberlinge für deinen – Segen geboten.<<
Einen Moment herrschte Stille. Doch dann grunzte Edgar einsichtig, als hätte er eine objektive Abwägung getroffen. Als hätte er die Erneuerung des Daches in Auftrag gegeben, weil es die einzig vernünftige Entscheidung war… Und nach einer weiteren langen Pause, in der Gudrun das Schäferstündchen mit ihrem Herzog ein weiteres Mal durchlebte, fügte Edgar hinzu: >>Aber ich erlaube es dir nur, wenn du danach auch für mich die Beine auseinander nimmst.<<


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