In diesem Artikel lernst du die Prozesse kennen, die zu weniger und schlechterem Sex in Langzeitbeziehungen führen und wie du diese Entwicklung umkehren kannst
Frisch verliebt, rosarote Brille: Im Bett fliegen die Fetzen. Jeder von uns kennt die erste Phase einer Beziehung, wenn wir die Finger nicht voneinander lassen können und den halben Tag im Schlafzimmer verbringen.
Sex ist ein Selbstläufer. Und oh wie gut fühlt er sich an! Verantwortlich dafür sind zweierlei Dinge: Zum einen unsere Hormone, die uns quasi unter Drogen setzen. Und dann ist da das Neue. Ein neuer Mensch. Ein neuer Körper. Dinge, die es zu entdecken gilt. Unser Gehirn mag Neues. Es ist quasi hungrig nach neuen Erfahrungen. Und ein neuer Partner ist eine riesige neue Erfahrung.
Doch mit dem Abflauen der Schmetterlinge kommt die Gewohnheit. Es ist ein schleichender Prozess, der den Sex seltener und langweiliger werden lässt – bis wir irgendwann bei einmal im Monat das Schema F abspulen angelangt sind.
Inhaltsverzeichnis
- Die tiefer liegenden Herausforderungen: Alltag, Stress und Streit sind Lustkiller
- Unterschiedliches Verlangen führt zu Frust und Flaute im Bett
- Der kleinste gemeinsame Nenner
- Nähe und Distanz – Sehnsucht schafft Anziehung schafft Erotik
- Ganz konkret – Mehr Spaß am Sex für Paare
- Die Zusammenfassung – wie rette ich jetzt die Sexualität in meiner Langzeitbeziehung?
Die tiefer liegenden Herausforderungen: Alltag, Stress und Streit sind Lustkiller
Besserer Sex in Langzeitbeziehungen benötigt ein gesundes Fundament:
Wer sich nachmittags über die herumliegende Wäsche streitet, hat Abends wenig Lust auf körperliche Nähe. Genauso wirken ein fordernder Job oder ein vollgestopfter Terminkalender, inklusive Kinder, zuverlässiger als Kondom und Pille zusammen.
Die Lösung: Kompromisse, Absprachen und Freiräume. Die perfekte Lösung gibt es nicht. Jedoch geht es am Ende immer darum Bedürfnisse zu sehen, sie anzuerkennen und in Ausgleich zu bringen.
Blockt euch einen festen Abend in der Woche nur für euch und geht auf ein Date. Geht Essen, ins Kino, Billard spielen oder kocht gemeinsam. Nehmt euch Zeit füreinander. Und probiert ruhig einmal aus, was passiert, wenn ihr euch gemeinsam nackt ins Bett legt. Ganz wichtig: Ohne Erwartungen. Alles kann nichts muss. Dieses Motto aus der Swingerszene muss auch bei euch im Bett gelten.
Unterschiedliches Verlangen führt zu Frust und Flaute im Bett
Die wenigsten Partner haben immer gleich viel und immer zur selben Zeit Lust auf Sex. Meistens ist es der Mann, der mehr Lust verspürt. Das liegt daran, dass er über Sex entspannen kann. Frauen müssen dagegen mehrheitlich entspannt sein, um Lust auf Sex zu verspüren.
Trifft Lust auf Unlust, ist Frust vorprogrammiert. Während sich der eine zurückgewiesen fühlt, fühlt sich die andere unter Druck gesetzt.
Die Lösung (Komplex): Es ist tatsächlich ähnlich wie im Haushalt. Nehmen wir das klassische Beispiel: Der Frau ist es zuhause nicht ordentlich genug. Das ist ihr Bedürfnis. Der Mann hat Lust auf Sex, das ist sein Bedürfnis.
Beide müssen lernen: Der jeweils andere ist nicht dafür zuständig, mein Bedürfnis zu erfüllen. Aber: Man kann in einen Positivkreislauf gelangen, in welchem man eher dazu geneigt ist, sich auf die Bedürfnisse des jeweils anderen einzulassen.
Wenn das Paar gemeinsam die Absprache trifft, dass Flur und Wohnzimmer immer aufgeräumt zu sein haben – ganz nach den Vorstellungen der Frau. Dann geschieht diese Absprache in dem Bewusstsein, dass der Mann hier für ihr Bedürfnis handelt. Er tut dies nicht für sich oder die Beziehung. Er tut das für sie.
Das bedeutet, wenn es mal nicht klappt, muss die Frau versuchen, im Gegenzug mit Nachsicht zu reagieren. Ihr Mann hat es nicht vergessen, weil ihm der Haushalt egal ist. Sondern weil es sich nicht um sein Bedürfnis handelt. Er sieht es schlicht nicht und meint es auf gar keinen Fall böse.
Schafft man es zu mehr Verständnis und mehr Toleranz. Schafft man es, mehr Team zu sein und die Bedürfnisse des jeweils anderen im Blick zu behalten, kommt es automatisch zu mehr Nähe.
Andersherum: Wenn die Frau im Bett nein zu Sex sagt, dann nicht, um ihren Mann zurückzuweisen, sondern weil sie keine Lust hat. Sie sagt nicht zum Mann nein. Sie sagt nein zum Sex. Aber vielleicht würde sie ja gern mit ihrem Partner kuscheln? Und vielleicht hat sie das in letzter Zeit nur nicht getan, weil er das als Einladung verstehen könnte und sie Angst davor hatte, ihn zurückzuweisen?
Du (als Mann)
denkst, was für ein Quatsch? Das kannst du denken solange du willst und weiterhin frustriert sein – oder du beginnst, mit deiner Partnerin zu sprechen und ihre Gefühle ernst zu nehmen. Nimm ihr den Druck mit dir Sex haben zu müssen. Lade sie stattdessen zum Kuscheln oder zu einer Massage ein. Küsse sie leidenschaftlich in der Küche und beende den Moment, anstatt mehr zu versuchen. Zeige ihr, dass du ihre Nähe auch ohne Sex genießt.
Du (als Frau)
musst verstehen, dass sein Bedürfnis da ist. Und, dass es normal ist. Solange die Lust auf Sex den Alltag nicht beschränkt, Hobbys, Job und Freundschaften darunter leiden, ist alles total okay und gesund. Auch wenn dein Mann jeden Tag Lust auf Sex hat. Daran ist nichts Schlimmes. Er ist normal und du bist es auch. Ihr wisst jetzt auch beide: Es ist nicht deine Verantwortung, ihm dieses Bedürfnis zu erfüllen.
Du kannst wieder Nähe zulassen. Und falls dein Mann Sex innitieren möchte, dann darfst du mit gutem Gewissen nein sagen, sofern dir nicht danach ist. Tu es aber einfühlsam. Frag ihn, ob ihr stattdessen vielleicht kuscheln wollt. Hilf ihm an der Stelle über seinen Schatten zu springen, ergreif die Initiative und nimm ihn in den Arm.
Auf einer solchen Basis ergeben sich plötzlich ganz neue Perspektiven. Wahrscheinlich wirst du selbst wieder öfter Lust auf Sex bekommen. Manchmal hast du vielleicht das Bedürfnis, ihm eine besondere Aufmerksamkeit in Form eines Handjobs zu schenken. Oder du bist einfach nur dabei, wenn er es sich selbst macht. Nicht für deinen Lustgewinn, aber für die Nähe, die solche Momente unweigerlich schenken.
Als Fazit:
Durchbrecht euren Negativkreislauf aus Zurückweisung, Frust und Näheentzug. Geht auf die Bedürfnisse des jeweils anderen ein und seid tolerant, wenn eure Bedürfnisse einmal vergessen wurden. Ihr werdet eine Resonanz erhalten. Doch erwartet diese nicht als direkten Ausgleich, nach dem Motto: Heute habe ich aufgeräumt, deswegen erwarte ich jetzt Sex – oder andersherum.
Der kleinste gemeinsame Nenner
In unserer Verliebtheitsphase sind wir offen und kreativ. Wir entdecken einander. Und wir lernen. Wir merken uns, was unserem Partner gefällt. Was funktioniert und was nicht. Zielsicher beginnen wir das Gelernte anzuwenden. Und ehe wir uns versehen, haben wir uns festgefahren. Wir müssen erkennen: So sehr wir Erdbeereis mögen, so wenig Geschmack besitzt es noch, wenn wir es jeden Tag essen.
Nähe und Distanz – Sehnsucht schafft Anziehung schafft Erotik
Eine Beziehung, die in eine Langzeitbeziehung übergeht, schafft es von Verknalltheit zu Liebe. Statt Schmetterlingen spüren wir tiefe Verbundenheit. Unser Partner bedeutet Sicherheit und zuhause. Die meisten Langzeitbeziehungen kippen dabei in Richtung Nähe. Dass ab und zu eine gewisse Distanz wichtig ist, wird dabei vergessen. Denn ohne Distanz fehlt Sehnsucht und Spannung. Beides brauchen wir. Denn daraus speist sich Knistern und Verlangen.
Was alle Punkte gemeinsam haben, beziehungsweise was die Lösungen als Grundvoraussetzung benötigen, ist offene Kommunikation. Ihr müsst über eure Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse sprechen. Anders kann es nicht funktionieren.
Ganz konkret – Mehr Spaß am Sex für Paare
Wir verlassen die tiefgehenden Herausforderungen und wenden uns dem zu, was Spaß macht. Wir stellen uns die Frage: Wie kommen wir weg vom Schema F?
Das Wichtigste haben wir jetzt bereits abgehakt. Wir haben nämlich ein Bewusstsein für die Herausforderung.
Jetzt müssen ihr euch als Paar nur noch darüber einig werden, dass beim Sex der Weg das Ziel ist. Dass ihr Spaß haben und auch mal lachen dürft. Und: Dass ein Orgasmus wunderschön ist. Dieser aber nicht gleichbedeutend mit erfüllendem Sex ist. Auch ohne Höhepunkt kann Sex befriedigend sein und uns erfüllen.
Wenn wir das wirklich verinnerlichen und ganz und gar ins Hier und jetzt eintauchen, dann besteht mehr Raum zum Fühlen.
Wie wir mehr Lust beim Sex empfinden, haben wir im Artikel Lust empfinden Lernen – der Weg zu besserer Sexualität ausführlich beschrieben.
Ihr seid dabei Slow Sex auszuprobieren.
Slow Sex dreht sich ganz und gar um den Weg und das bewusste Empfinden. Ihr braucht plötzlich keine Aufregung mehr. Nichts Neues. Weil ihr allein über die Stimulierung eurer Nerven Lust zu empfinden lernt. Ganz ohne Kopfkino oder visuelle Reize. Ihr konzentriert euch ganz auf euch selbst. Auf das, was ihr spürt.
Gemeinsam Fantasien erkunden
Ein anderer Weg ist das genaue Gegenteil. Zeigt ihr euch offen für die Fantasien eurer Partner, so erfüllt ihr nicht nur deren Bedürfnisse, ihr erforscht auch gleichzeitig eure eigenen. Gemeinsam könnt ihr dabei Neues entdecken. Gemeinsam könnt ihr als Paar wachsen.
Fesselt euch doch mal. Oder wenn ihr bisher feste Rollen hattet (z.B. aktiv und dominant vs. passiv und devot), dann traut euch, diese einmal zu tauschen. Träumt einer von euch von einem Dreier? Löst der Gedanke beim anderen nur Ablehnung aus? Man muss diese Fantasie nicht unbedingt in die Realität umsetzen. Aber wie wäre es, wenn du deine Freundin beim Sex am Daumen lutschen lässt und ihr ins Ohr flüsterst, dass es sich um etwas anderes handelt?…
Um solche Fantasien zu erforschen, zu erleben und sie zu teilen, eignen sich unsere erotischen Geschichten. Sie lassen dich in die handelnden Charaktere, in ihr Denken und ihre Gefühle eintauchen. Unser Anspruch ist Realismus und Erotik. Schnupper doch mal in unseren Kategorien. Bestimmt ist eine Geschichte zu deiner Fantasie dabei.
Ganz wichtig: Tut nichts gegen innere Widerstände. Probiert euch aus, aber überwindet euch nicht. Lasst euch ein, aber zwingt euch nicht.
Sexspielzeug für mehr Varianz
Spielzeug kann euch ebenfalls bereichern. Nein. Es wird euch und euer Sexleben bereichern. Wichtig ist aber, dass ihr Sextoys als Erweiterung versteht. Als Ergänzung eurer sexuellen Vielfalt oder um einen Fetisch oder Kink näher zu erkunden. Ist der Vibrator fixer Bestandteil, um deine Frau zuverlässig zum Orgasmus zu bringen, wenn du fertig bist? Dann besser erstmal Finger weg.
Um bei der Fantasie eines Dreiers zu bleiben: Hier eignet sich zum Beispiel die Einbeziehung eines naturnahen Dildos* (Affiliate Link) oder einer realistischen Fleshlight.
Hier geht es zum Sexspielzeugratgeber
Aber vergesst nicht, dass das Spielzeug ein Hilfsmittel bleibt. Euer Sex sollte auch ohne funktionieren.
Mit Stellungen und Humor zu besserem Sex in eurer Langzeitbeziehung
Probiert euch mit neuen Stellungen aus. Arbeitet euch durchs ganze Kamasutra. Und lacht gemeinsam. Unserer Meinung nach gibt es nichts lösenderes, als bei beim Versuch der Schubkarre gemeinsam auf dem Boden zu landen. Sowas verbindet!
Ortswechsel für mehr Spannung
Neue Orte, neuer Thrill. Strand, Wald, Umkleide… Um der Langeweile zu entfliehen ist ein Ortswechsel immer eine gute Wahl. Passt nur auf, von wem ihr erwischt werden könntet. Gerade im Ausland drohen teils empfindliche Strafen.
Erotische Geschichten für heiße Anregungen
Unser Spezialbereich. Wir lieben erotische Literatur und erforschen unsere Vorlieben tatsächlich mit unseren eigenen Geschichten. Es gibt einfach kein besseres Medium, um seine Fantasien zu erleben – ohne sie gleich in die Tat umsetzen zu müssen. Wir lesen zusammen – und fallen dann übereinander her.
Und auch für uns selbst, lesen wir erotische Geschichten. Allerdings nur vor – und nicht beim Solosex, weil wir gemerkt haben, dass die Qualität unseres Paarsex ansonsten darunter leidet.
Pornos – mit Vorsicht zu genießen
Erotische Filme meiden wir – meistens. Wir würden lügen, würden wir sie nicht schauen. Doch Pornos sind wie eine Droge, die mit Vorsicht zu genießen ist.
Schaut sie bewusst. Schaut sie sparsam. Schaut sie gemeinsam als besonderes Event. Schaut sie alleine, um euch in Stimmung zu bringen, aber nicht während ihr masturbiert.
Denn ihr versaut euch ansonsten euren Paarsex. Ihr konditioniert euren Gehirn mit starken visuellen Reizen, die wenig mit der Realität gemeinsam haben. Was dahinter steckt erfahrt ihr ebenfalls im Artikel Lust empfinden Lernen – der Weg zu besserer Sexualität
Swingen – Fremde Haut für den aufregenden Kick
Ein Partnertausch ist bei Weitem nicht für jeden etwas. Doch wir würden jedem raten, einmal einen Swingerclub zu besuchen. Man beginnt sich notwendigerweise miteinander zu beschäftigen. Man redet über Ängste und Gefühle. Über Eifersucht und Lust. Über Aufregung und Erregung. Und, man teilt plötzlich ein besonderes Geheimnis, welches umso größer wird, wenn man sich einen solchen Club nicht nur anschaut, sondern tatsächlich an einer Veranstaltung teilnimmt. Man findet eine tiefere Verbindung zueinander – ohne, dass irgendwer zwingend fremde Haut berühren muss.
Das ist beim Swingen keine Pflicht. Es ist vollkommen okay, einfach nur die Atmosphäre zu genießen und sich von dieser inspirieren zu lassen.
Die Zusammenfassung – Wie rette ich jetzt die Sexualität in meiner Langzeitbeziehung?
Mit einer gesunden Mischung, lautet die kurze Antwort. Versteht die genannten Punkte als Baukasten. Als ein großes Repertoire aus dem ihr schöpfen könnt. Und wenn ihr Fragen habt, schreibt sie unten in die Kommentare oder wendet euch per Mail an uns.
Daryan & Amélie


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